Chance Europa 2020 – Jugend und Politik im Dialog

CE2020-CollageIn den letzten Jahren sind auf europäischer Ebene eine ganze Reihe von Zielen beschlossen worden, die man im nächsten Jahrzehnt erreichen möchte. Es geht um mehr Beteiligung und Teilhabe in der Politik. Es geht um bessere Schulen und Bildungschancen, die Verringerung der (Jugend-) Arbeitslosigkeit und bessere Einstiegsmöglichkeiten ins Berufsleben. Es geht um Mobilität und das Zusammenleben unterschiedlicher Kulturen. Es geht um den Wert des Geldes und stabile öffentliche Finanzen, die nicht künftigen Generationen übermäßige Schulden aufbürden. Es geht um eine Entwicklung, die nicht mehr von der Substanz zehrt und achtsam mit unseren natürlichen Ressourcen und Lebensgrundlagen wirtschaftet. Aber wie lassen sich diese Ziele am besten erreichen, und wie können hierbei junge Menschen mit ihren Ideen stärker einbezogen werden?

Das Projekt „CHANCE EUROPA 2020 – Jugend und Politik im Dialog“ bietet Jugendlichen eine Plattform, sich aktiv in aktuelle Debatten einzubringen, die sie unmittelbar betreffen.

Ziel ist es, junge Menschen zu befähigen, die aus ihrer Sicht wesentlichen jugendpolitischen Aufgaben, Leitbilder und Politikinhalte zu benennen, die in der Zukunft eine stärkere Aufmerksamkeit bzw. auch ein stärkeres gemeinsames Handeln in einem europäischen Kontext erfordern.

Der Zeithorizont für die Überlegungen ist das Jahr 2020 – ein Datum, mit dem sich eine ganze Reihe von aktuellen Zielsetzungen der Europapolitik verbinden (u.a. Europa 2020 Strategie, Klima- und Energieziele der EU, kommender Mehrjähriger Finanzrahmen 2014-20). Diese Zukunftsorientierung lässt Raum für qualitative Veränderungen und fördert damit eine konstruktive Verständigungskultur: es geht darum, in welcher Zukunft wir leben wollen und was man diesbezüglich in den kommenden Jahren erreichen kann. Zugleich liegt das Jahr 2020 ’nah‘ genug, um nicht ins Utopische abzugleiten. Der vom Institut für prospektive Analysen entwickelte Ansatz verknüpft Elemente der Szenario-Methode, Peergroup Education, narrative Lernformen und politischen Diskurs. Das Projekt richtet sich in erster Linie an nicht-organisierte Jugendliche, die sich eher punktuell bzw. projektbezogenen engagieren wollen.

Die teilnehmenden Jugendlichen stehen dabei stets im Mittelpunkt – sie sind die Autoren der Ergebnisse die am Ende stehen und bringen ihre Prioritäten in ihrer eigenen Sprache in den Strukturierten Dialog ein.

Die Projektergebnisse sind zum einen als Grundlage für den anschließenden Austausch mit Akteuren aus Politik und Verwaltung. Zum anderen sollen sie weitere Jugendliche für ihre Belange sensibilisieren und motivieren, sich selbst aktiv einzubringen.

Jeder Projektzyklus von CHANCE EUROPA gliedert sich in drei aufeinander aufbauende Phasen:

1. einen internetbasierten Vorlauf: In einer onlinebasierten Kreativ-Werkstatt können sich Jugendliche für die Teilnahme am Zukunftskongress bewerben und so bereits im Vorfeld ihre Kernanliegen/Umsetzungsvorschläge zu den Zukunftsfragen des jeweiligen Projektzyklus benennen;

2. ein viertägiger Zukunftskongress im FEZ-Berlin, zu dem 100 Jugendliche eingeladen werden, die hier in internationalen Teams gemeinsame Lösungsansätze und Zukunftsentwürfe entwickeln, und ihre Ergebnisse in unterschiedlichen Medienformaten illustrieren. Die Ergebnisse werden im Anschluss Akteuren aus Politik und Verwaltung vor- und zur Diskussion gestellt.

3. die Botschaften der Teilnehmenden gehen „auf die Reise“ – sie werden an Europaabgeordnete und andere Vertreter der Jugend- und Europapolitik weitergleitet. Die Teilnehmenden werben in ihrem jeweiligen Umfeld für ihre Ideen. Außerdem werden alle Ergebnisse im Webportal von CHANCE EUROPA 2020 veröffentlicht. Es geht um die Fortführung des Dialogs – auf lokaler, regionaler, nationaler und europäischer Ebene.

„CHANCE EUROPA 2020 – Jugend und Politik im Dialog“ ein Projekt des FEZ-Berlin in Zusammenarbeit mit dem Instituts für prospektive Analysen und Teil des EU-weiten „Strukturierten Dialogs“, mit dem die Europäische Kommission und die Regierungen der EU-Mitgliedstaaten junge Menschen kontinuierlich an Entscheidungen in jugendrelevanten Bereichen beteiligen möchte. Gefördert wird das Projekt durch das EU-Programm JUGEND IN AKTION sowie aus Mitteln des Auswärtigen Amts. 

Unsere Aufgaben im Projekt:

  • Konzeption und Vorbereitung von Kreativwettbewerb und Jugendkongress
  • Beantragung von Fördergeldern
  • Konzeption, Umsetzung und Betreuung einer projektbegleitenden Internetplattform
  • Ausschreibung und Bewerbung des Kreativwettbewerbs
  • Sichtung und Auswahl der Beiträge
  • Durchführung und Moderation des Jugendkongresses
  • Erstellung einer Abschlussdokumentation
  • Produktion einer 90-minütigen Radiosendung aus den Beiträgen und Diskussionsrunden

Publikationen:

Die Dokumentation von „CHANCE EUROPA 2020 – Jugend und Politik im Dialog (Projektzyklus 2011/12) ist als pdf verfügbar.
Einige „Fundstücke“ aus dem Projektzyklus 2011 (Radio-Beitrag, Fishbwohl-Diskussion, Beiträge) können auf europa-2020.de nachgehört werden.